„Interessante Ergänzung“, nicht das Aus von Tafel und Schulbuch

25. Juni 2009

Oberhessische Zeitung

Alsfeld (hek.). Schüler und Lehrer sitzen in Zweier- und Dreiergruppen im abgedunkelten Klassenraum vor Laptops. Immer wieder wird auf den Bildschirm gedeutet und bei so manchem fragenden Blick der Lehrer wissen die Schüler schnell Rat. Die Jugendlichen zeigten am Dienstag im Rahmen einer Lehrerfortbildung an der Geschwister-Scholl-Schule den Pädagogen, die Möglichkeiten des computergestützten Geschichtsunterrichts. 

Schüler und Lehrer von drei neunten Realschulklassen der Geschwister-Scholl-Schule haben diese Unterrichtsform im Rahmen des Pilotprojektes L hoch fünf in dem zu Ende gehenden Schuljahr erprobt. Nun gaben sie ihre Erfahrungen weiter und waren sich in ihrer Bewertung einig: Diese Art Geschichtsunterricht „macht Spaß“. Zudem sei der Lernstoff auf [CD-ROMs] „vollständig und gut strukturiert“, so Lehrerin Petra Bastian. 

Dies konnten auch Lehrkräfte der Albert-Schweitzer-Schule und der Max-Eyth-Schule bei der Fortbildung erleben. „Das ist eine auch für uns interessante Form, vor allem durch die einfache und gute Handhabung der Medien“, fasste Holger Palm, Geschichtslehrer an der ASS, seine ersten Erfahrungen zusammen.

Betreut wurden die Pilotklassen vom Maus-Medienzentrum Gießen-Vogelsberg. Peter Weißmüller, der die pädagogische Betreuung inne hatte, lobte vor allem die Entwicklung der Lehrer. „Sie hatten eigentlich keine Kenntnisse mit Computern und haben sich richtig gut gemacht.“ Die Software, die zusammen mit den Laptops den Schulen auch weiterhin zur Verfügung stehen werden, wurde von Johannes Gienger, Gymnasiallehrer und Mitarbeiter des baden-württembergischen Landesmedienzentrum, fachlich entwickelt. „Das Konzept entstand aus meiner schulischen Arbeit und hat sich so entwickelt, dass computergestützter Unterricht effizienter ist, sowohl inhaltlich als auch von der Medienkompetenz her.“

Das Ziel der eingesetzten Software, für die Hessen eine so genannte Landeslizenz erworben hat, und die damit an allen Schulen verwendet und auch an die Schüler weitergegeben werden darf, ist es „allen Schülern gleiche Lerngelegenheiten zu ermöglichen“, wie Petra Schneider, Geschäftsführerin der softwareentwickelnden Firma, meinte. Das Besondere an den Programmen sei die Konzeption aus der Schule heraus.

Einig waren sich Lehrer und Schüler der Pilotklassen allerdings, dass computergestützter Unterricht eine „Ergänzung des normalen Unterrichts“ ist. Heft, Tafel und Bücher würden dadurch nicht abgelöst. „Das Schöne daran ist auch die Abwechslung“, so eine Schülerin abschließend.