Gründerfirmen schaffen Jobs
20. Januar 2009 Pforzheimer Zeitung, Lothar Neff, S. 11
Pforzheimer Zeitung, Lothar Neff, S. 11
PFORZHEIM. Im Innotec ist ein Zimmer frei – und außerdem bietet das Pforzheimer Innovations- und Gründerzentrum zukunftsfähige Arbeitsplätze. Von Wirtschaftskrise keine Spur. Gleich fünf junge Unternehmen suchen derzeit zusätzliche Mitarbeiter. Gesucht werden IT-Berater, Mitarbeiter im Bereich Marketing und Vertrieb sowie Software-Entwickler. Innotec-Chef Reiner Müller musste zwar zuletzt den Auszug einiger Firmen verkraften, die dem Gründerzentrum mittlerweile entwachsen sind – doch es gäbe genügend interessierte Existenzgründer.
Die Bilanz des Innotec an der Pforzheimer Blücherstraße kann sich sehen lassen: Die nach mehrjähriger erfolgreicher „Startphase“ ausgezogenen Unternehmen haben über 120 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Firmen bleiben in Pforzheim
Der IT-Dienstleister ITM Resarch bleibt im Gebäude, die Mietfläche gehört aber nicht mehr zum Innotec. Automobil-Software-Spezialist K2L ist mit rund 40 Mitarbeitern ebenso wie die Firma MPS Rapid Prototyping auf die Wilferdinger Höhe umgezogen, wo auch die Softwareschmiede Procitec für seine mittlerweile 40 Beschäftigten in der digitalen Signalverarbeitung einen Neubau errichtet. LogControl entwickelt Software für die Lagerverwaltung. und zieht vom Innotec in ein benachbartes Gewerbeareal. Auch LogControl sucht zusätzliche Mitarbeiter. Die frei werdende Fläche von 400 Quadratmetern soll von drei nachrückenden Existenzgründern genutzt werden. „Dieser Wechsel kommt nicht überraschend, sondern ist Bestandteil des Innotec-Konzepts“, erläuterte Müller der PZ. „Wichtig ist, das wir den jungen Firmen nach der Start-Up-Phase in Pforzheim halten.“ Die Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) unterstützte die Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Grundstücken oder Mietflächen. Seit viereinhalb Jahren ist Frank Kübler mit seiner Internet-Firma im Innotec beheimatet. Die Auftragslage ist so gut, dass Kübler dringend zusätzliche Mitarbeiter sucht. Ein wichtiges Standbein ist die Betreuung von regionalen Handwerksfirmen, die sich im weltweiten Netz präsentieren wollen. Das Multimedia-Konzept umfasst neben der Gestaltung von Internet-Seiten und Shopsystemen die Produktion von Video-und Image-Filmen für die Kunden- und Mitarbeitergewinnung. „Wir haben aktuell 70 neue Kunden gewonnen“, erläutert Kübler. Neben dem Standort Pforzheim ist das Unternehmen auch in Dortmund mit einer Niederlassung vertreten.
Achim Baier ist Geschäftsführer der IT-Beratungsfirma itemis, die ebenfalls zusätzliche Mitarbeiter sucht. Im vergangenen Jahr ist das Unternehmen von zehn auf 20 Beschäftigte gewachsen. Itemis unterstützt große Unternehmen bei der Einführung generativer Software. Ziel ist dabei die Automatisierung von Entwicklungsprozessen.
Pädagogen sind begeistert
Über 15 000 Mal verkauft wurde die Lernsoftware zum Thema Nationalsozialismus, die von der Innotec-Firma medialesson als CD-Rom produziert wurde. Sie wird im Geschichtsunterricht in Gymnasien, aber auch Haupt- und Realschulen eingesetzt. Historiker und Software-Programmierer haben die aufwendige Multimedia-Präsentation gestaltet, die mittlerweile als Lizenzprodukt in fünf Bundesländern vertrieben wird. Medialesson-Geschäftsführerin Petra Schneider freut sich über die positiven Reaktionen von Bildungsexperten verschiedener Landesmedienzentren: Aufgrund des modularen Aufbaus lasse sich die CD-Rom sowohl in der Unterrichtsvorbereitung, zur Präsentation im Unterricht sowie zur Einzelarbeit am Computer und zur Nachbereitung verwenden und besteche durch hohen Bedienkomfort. Auch viele Pädagogen sind von den Produkten begeistert. Petra Schneider würde gerne mehrere Entwickler für neue Projekte einstellen.
