Firma will gesund wachsen
08. April 2011 Pforzheimer Zeitung, Daniela Huber, 08.04.2011
Pforzheimer Zeitung, Daniela Huber, 08.04.2011
PFORZHEIM. Von Firmen wie Medialesson hätte die Stadtverwaltung gerne mehr in Pforzheim. Deren Geschäftsführer gehen mit gutem Beispiel voran und bleiben nach ihrem Studium in Pforzheim. Der Erfolg gibt ihnen Recht.
Bereits 2002 hat der aus Simmozheim (Kreis Calw) stammende Philipp Bauknecht mit seinem damaligen Geschichtslehrer die Firma Medialesson gegründet. Nötig war dies geworden, weil die von den beiden für den Geschichtsunterricht entwickelte Lernsoftware immer stärker nachgefragt wurde. Nach dem Abitur kam der heute 29-Jährige nach Pforzheim, um dort Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Werbung zu studieren. Als 2006 sein Lehrer aus der Firma ausstieg, nahm Petra Schneider dessen Platz in der Geschäftsführung ein. Die 28-Jährige aus Neuhausen studierte in Pforzheim Betriebswirtschaft mit Marketing-Schwerpunkt und nahm am PR-Referenten-Programm teil.
Professioneller Auftritt
Den Firmensitz, der sich anfangs noch in Bauknechts elterlicher Einliegerwohnung befand, verlagerten sie 2006 auf Anraten ihrer Professorin Elke Theobald in das Innovations- und Gründerzentrum Innotec an der Blücherstraße. „So wurde alles größer und vor allem professioneller für den Empfang von Kunden“, sagt Schneider. Zweimal ist Medialesson dort intern schon umgezogen und hat sich von 24 auf nun 100 Quadratmeter vergrößert. Auch der Mietvertrag wurde nach fünf Jahren um weitere drei verlängert. „Wir fühlen uns wohl hier und bereuen es nicht, in Pforzheim geblieben zu sein“, sagt Bauknecht. Vor allem die strategisch günstige Lage und die kurzen Wege zu den wichtigen Städten der IT-Branche kämen dem Team zugute.
Die Lernsoftware ist mittlerweile nur noch eine von mehreren Dienstleistungen, die Medialesson seinen Kunden deutschlandweit anbietet. Spezialisiert hat sich das junge Unternehmen auf die Microsoft-Technologie. „Wir haben einige der Apps für das neue Windows Phone 7 mit entwickelt“, sagt der 29-Jährige.
Mit der vermehrten Arbeit benötigten die Geschäftsführer auch mehr Angestellte, sodass nun ein fünfköpfiges Team im Innotec arbeitet. Der auszubildende Mediengestalter soll übernommen werden. Im Herbst wird eine weitere Lehrstelle in diesem Bereich frei sowie ein Ausbildungsplatz für einen Fachinformatiker. „Wir wollen kontinuierlich und gesund wachsen und uns pro Jahr um einen bis zwei Mitarbeiter vergrößern“, sagt Schneider.
Das Team versucht, immer möglichst früh mit den neuen Technologien experimetieren zu können. Im April steht dazu unter anderem ein Besuch der Webkonferenz von Microsoft in Las Vegas an. „Die sogenannte ´Cloud´ wird in nächster Zukunft das wichtigste Thema in der Branche sein“, sagt Bauknecht. Gemeint ist damit, dass ein Teil der IT-Landschaft nicht mehr durch den Anwender selbst betrieben oder bereitgestellt, sondern bei einem oder mehreren Anbietern als Dienst gemietet wird. Die Anwendungen und Daten befinden sich dann nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der metaphorischen Wolke (englisch „cloud“).
Lehrauftrag an der Hochschule
Der Hochschule ist Philipp Bauknecht insofern noch sehr eng verbunden, da er sich seit 2007 als Tutor engagiert und seit dem Sommersemester 2011 einen Lehrauftrag hat. Für die Wirtschaftsinformatiker und Werber gibt er Unterricht in dem Fach „Interface Design“.
www.medialesson.de
